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Technologische Entwicklung ist bei Tool-Temp Teamarbeit – davon sind wir überzeugt. Seit Februar 2025 leitet Tammo den technischen Bereich und treibt gemeinsam mit seinem Team die enge Verzahnung von Mechanik, Software und Prozessen voran. Im Interview spricht er über seine ersten Monate, neue Ideen und darüber, wie wir mit intelligenten Systemen die Zukunft der Temperiertechnik gestalten.

Frage 1 Tammo, du bist seit November 2023 bei Tool-Temp und hast im Februar 2025 die Leitung des technischen Bereichs übernommen. Wie waren deine ersten Monate in dieser Position? Die ersten Monate haben mir eindrücklich gezeigt: Technologischer Fortschritt entsteht, wenn wir über Schnittstellen hinweg eng zusammenarbeiten. Als Head of Mechanical Engineering habe ich bereits die erfolgreiche Zusammenarbeit im mechanischen Bereich erlebt. In der Gesamtleitung der technischen Entwicklung wird nun noch deutlicher, welches Potenzial entsteht, wenn wir unsere Expertise aus unterschiedlichen Bereichen – etwa Mechanik und Software – gezielt verzahnen.
Dieses Potenzial reicht jedoch weit über die Technik hinaus. Es lebt von der engen Zusammenarbeit aller Bereiche unseres Unternehmens – von der Produktion über den Kundenservice bis hin zum Einkauf. Erfolgreiche technische Entwicklung bedeutet, Wissen und Erfahrungen aus allen Abteilungen einzubinden. In meiner neuen Position habe ich erlebt, wie wir durch intensiven Wissensaustausch und Kooperation echten Mehrwert schaffen können.
Ein Beispiel ist die Entwicklung unserer neuen Pumpengeneration: von Beginn an waren alle Abteilungen beteiligt – vom ersten Konzept über das Prototyping bis hin zur Serie. Das Ergebnis: ein deutlich besseres Produkt für unsere Kunden und zugleich ein Team, das viel mit- und voneinander gelernt hat und Freude daran hat, Neues zu entwickeln und erfolgreich in den Markt zu bringen.
Frage 2 Welche Aufgaben und Verantwortungsbereiche sind mit deiner neuen Rolle verbunden? Im Kern meiner Aufgaben sehe ich die technologische Weiterentwicklung, sei es durch neue Konstruktionen, innovative Features oder erweiterte Anwendungsbereiche. Gemeinsam mit meinem neunköpfigen, interdisziplinären Team möchte ich sicherstellen, dass unsere Produkte stets an der technologischen Spitze stehen.
Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die Schnittstellen und die enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen – insbesondere auf die Verzahnung von Hardware und Software. Aus meiner Forschung im automobiltechnischen Bereich weiss ich: Software sollte nicht als Add-on gedacht werden, sondern muss von Beginn an das Herzstück der Entwicklung sein. Aus diesem Grund haben wir unser eigenes Regelsystem IRIS entwickelt und unseren strategischen Fokus konsequent auf Software ausgerichtet. Die Zukunft gehört integrierten Lösungen, in denen mechanische Präzision und intelligente Software nahtlos ineinandergreifen.
Frage 3 Gibt es bestimmte Themen oder Projekte, auf die du dich besonders konzentrieren möchtest? Ich möchte die technologische Entwicklung noch weiter vorantreiben und konkrete Innovationen realisieren, die unsere Technik und Produkte langfristig zukunftssicher machen.
Dabei beschäftigen mich vor allem drei Themenfelder. Erstens: die intelligente Prozessüberwachung mit prädiktiver Regelung in unseren Temperiergeräten. Hier entwickeln wir bereits Ansätze, die deutlich über den heutigen Standard hinausgehen. Zweitens: innovative Ansätze nicht nur in unseren Produkten, sondern auch in unseren Prozessen. Deshalb investiere ich gezielt in neue Formate zur Aufbereitung technischer Informationen, damit sowohl unsere Mitarbeiter als auch unsere Kunden – etwa durch Schulungen, Videos oder Hands-on Trainings – die Möglichkeiten unserer technischen Entwicklungen optimal ausschöpfen können. Drittens: ein möglicher Beitrag zur Emissionsreduktion durch Energieeffizienz. In unserer energieintensiven Branche sehe ich enormes Potenzial, Dekarbonisierung als Innovationschance zu begreifen.
Frage 4 An der ETH Zürich hast du einen Doktortitel im Bereich Regelungstechnik erworben. Was hat dich an diesem Fachgebiet besonders fasziniert, und welche Schwerpunkte standen in deiner Forschung im Vordergrund? Regelungstechnik fasziniert mich, weil sie komplexe Systeme mit eigener Dynamik beherrschbar macht. In meiner Dissertation an der ETH Zürich habe ich optimale Aufwärmstrategien für ein Mikro-Blockheizkraftwerk entwickelt – von regelungstechnischen Kaltstartstrategien zur Emissionsreduzierung bis hin zur systemweiten Optimierung des gesamten Aufheizvorgangs. Damit konnte ich neue technische Impulse für die effiziente Beheizung und Stromversorgung von Gebäuden setzen, die wir gemeinsam mit unseren Praxispartnern erfolgreich in realen Anlagen demonstriert haben.
Diese Expertise bringe ich auch bei Tool-Temp ein: Aufwärm- und Kühlvorgänge auf Zieltemperatur, Verzahnung von Software, Konstruktion und Elektronik, gekoppelte Fluid-Kreisläufe – all diese Themen habe ich bereits in meiner Forschung intensiv bearbeitet und kann wissenschaftliche Erkenntnisse nun in die technische Entwicklung einfliessen lassen.
Frage 5 Nach deinem Studium hast du in verschiedenen Bereichen gearbeitet. Welche beruflichen Erfahrungen haben dich am meisten geprägt? Am meisten geprägt hat mich das internationale und innovative Umfeld meiner bisherigen beruflichen Stationen. Nach meinem Studium war ich zunächst am Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen tätig, wo wir gemeinsam mit Praxispartnern aus dem In- und Ausland innovative Fahrdynamikregelsysteme und Reifensimulationsmodelle entwickelten. Die internationale Zusammenarbeit intensivierte ich anschliessend als Research Specialist im Hyundai Center of Excellence an der University of California, Berkeley, USA. Dort arbeitete ich in einem interdisziplinären Team aus Forschern und Praktikern aus aller Welt an der Speerspitze der Funktionsentwicklung für autonomes Fahren. Auch die ETH Zürich – meine dritte Station – bot ein hochinnovatives und internationales Umfeld für technologische Forschung und Entwicklung.
Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie bereichernd die Zusammenarbeit zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Expertisen und Perspektiven ist. Daher schätze ich auch die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit bei Tool-Temp ganz besonders. Meine bisherige Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Anwendung motiviert mich, in der technologischen Entwicklung Innovation als treibende Kraft zu gestalten.
Frage 6 Gibt es aus deiner Sicht bestimmte Themen, über die Kunden mehr erfahren sollten, wenn es um Temperiertechnik geht? Temperaturstabilität ist Key! Selbst kleine Schwankungen können zu erheblichen Qualitätsproblemen im Produkt des Kunden führen. Genaue Temperaturregelung sieht auf den ersten Blick vielleicht einfach aus, es ist aber das Ergebnis konsequenter Innovationen in Sensorik, Regelungstechnik und Strömungsmechanik. Wir haben jahrzehntelange Expertise aufgebaut selbst kleinste Schwankungen zu regulieren. Die Präzision, die wir erreichen, ermöglicht unseren Kunden Prozessparameter exakt zu reproduzieren und eine Produktqualität auf konstantem Niveau zu gewährleisten.
Frage 7 Die Anforderungen an Prozesssicherheit steigen. Welche Massnahmen ergreift Tool-Temp, um maximale Sicherheit und Effizienz für Kunden zu gewährleisten? Prozesssicherheit ist bei uns ein Kernthema. In unser IRIS-Regelsystem haben wir daher umfangreiche Sicherheits- und Plausibilitäts-Checks integriert – das System überwacht sich kontinuierlich selbst und gibt je nach Schweregrad Hinweise, Warnungen oder Fehlermeldungen aus.
Besonders stolz sind wir auf unsere intelligente Prozessüberwachung: Sobald Zielwerte nicht erreicht werden, reagiert das System natürlich sofort. Darüber hinaus erkennt es Abweichungen vom erwartbaren Kühlverhalten auf Basis physikalischer Gesetzmässigkeiten und gibt entsprechende Hinweise aus. So haben unsere Kunden jederzeit die Sicherheit, dass ungewöhnliche Zustände sofort erkannt werden.
Sicherheit hört aber nicht bei der Technik auf. Wir legen viel Wert auf Schulungen und Trainings – denn das beste Sicherheitssystem nützt nur, wenn es richtig angewendet wird. Hier setzen wir wieder auf enge Zusammenarbeit: Unsere Experten arbeiten direkt mit den Bedienern vor Ort, um nicht nur die Technik zu erklären, sondern auch das Verständnis für die Prozesse zu vertiefen. Nur so wird aus Sicherheitstechnik echte Prozesssicherheit.
Frage 8 Welche Rolle spielen Digitalisierung und Automatisierung in der zukünftigen Produktentwicklung bei Tool-Temp? Eine absolute Schlüsselrolle – denn unsere Vision ist, dass Temperiergeräte zu intelligenten Partnern im Produktionsprozess werden. Schon heute arbeiten wir an selbstlernenden Systemen, die Prozessmuster erkennen und sich automatisch optimieren. Stellen Sie sich ein IRIS-System vor, das aus jedem Zyklus lernt, Verschleiss vorhersagt und die Regelparameter kontinuierlich verfeinert – alles ohne manuellen Eingriff.
Der nächste Schritt ist die vernetzte Produktion: Unsere Geräte kommunizieren direkt mit Spritzguss- und Druckgussmaschinen, werten Produktionsdaten aus und agieren proaktiv. Startet die Maschine einen neuen Artikel, konfiguriert sich das Temperiergerät automatisch optimal. Das System erkennt Zusammenhänge zwischen Temperaturverläufen und Ausschuss und schlägt gezielt Korrekturen vor.
So erreichen wir eine neue Ebene der Kooperation – nicht nur intern zwischen unseren Teams und extern mit unseren Kunden, sondern auch zwischen den Maschinen selbst.
Über Tool-Temp Mit Tool-Temp haben Sie einen kompetenten Ansprechpartner rund um das Thema Temperieren, Heizen, Kühlen und Halten. Wir bieten Ihnen mit unseren Lösungen die Sicherheit, dass Ihre Investitionen geschützt sind und Sie ein aktives Ressourcen Management betreiben können.
Wir sorgen für den entscheidenden Unterschied im Temperier Business. Als Familienunternehmen in der zweiten Generation setzen wir auf Langlebigkeit und Einfachheit unserer Produkte. Wir produzieren ganz bewusst in der Schweiz und Swissness ist uns ein grosses Anliegen. Wir leben in einer vernetzten Welt: Produkte, Produktionsbedingungen, Kunden, Forschung und Mitarbeiter sind voneinander beeinflusst. Unsere Produkte für die Unterstützung der vielfältigsten Produktionsprozesse tragen dazu aktiv bei, dass wichtige Ressourcen geschont werden.
Seit 50 Jahren produzieren wir Temperiergeräte & Kühlgeräte für produzierende Industrien. Ganz gleich, ob Sie in der Kunststoffverarbeitung, im Metalldruckguss, in der Gummiindustrie, im Druck- oder Laminier-Geschäft, in der Chemie und Pharmazeutik oder in der Lebensmittelherstellung aktiv sind: Wir stellen die optimale Temperatur Ihrer Verarbeitungsanlagen sicher – mit über 60 Standardmodellen und so vielen Individuallösungen, wie Sie Extrawünsche haben. Wir bieten Ihnen ein breites Portfolio an Temperier Geräten, Prozessthermostaten und Kühlgeräten.
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