Kunststoff Lexikon

Polyamid 66 (PA 66)

Polyamid 66 ist neben PA 6 das am häufigsten verwendete Polyamid. Es wurde 1937 in USA im Markt eingeführt und ist als gestreckte Fäden in den Nylon-strümpfen bekannt geworden. Höhermolekulares PA 66 fand erst zu Beginn der 50er Jahre Verwendung als thermoplastische Formmasse. Die Zahlenangabe bezieht sich auf die chemische Struktur dieser thermoplastischen Polymerkette mit den sich wiederholenden Amidgruppierungen ( -NH-CO- ), beziehungsweise auf die Anzahl der C-Glieder in den beiden Reaktionspartnern Hexamethylendiamin ( 6 ) und Adipinsäure ( 6 ). Durch Polykondensation entsteht unter Wasserabspaltung unter Vacuum bei hohen Temperaturen das linear aufgebaute, aliphatische Polymer. Es ist ein teilkristallines, opakes Polymer, das vorwiegend durch Zumischung von Hilfsmitteln und / oder Zusätzen zu den technischen Kunststoff-Typen compoundiert wird, die sich nach allen thermoplastischen Verfahren als Formmasse zu Fertig-teilen und Halbzeug verformen lassen. Die Basistypen verschiedener Polymerkettenlänge, ausgedrückt in der Viskositätszahl, werden für die technischen Anwendungen zur Erzielung eines spezifischen Eigenschaftsprofils durch Zusätze modi-fiziert.

Nach der Norm ISO 1874/1 werden auch die PA 66-Typen international einheitlich gekennzeichnet. Darin finden sich auch Hinweise auf die Art der Verarbeitung, auf die Anwesenheit von Schlagverbesserungsmodifikatoren, auf Zusätze zur Verbes-serung bestimmter Eigenschaftswerte und Angaben zur Viskosität und zur Steifigkeit. In der Kennzeichnung hat ebenfalls die Art und der Mengenanteil von Füll- und Verstärkungsstoffen einen hohen informativen Stellenwert.


Eigenschaften
Der Unterschied von PA 66 zu PA 6 besteht in einer höheren Schmelztemperatur, höherer Kristallinität, geringfügig weniger Feuchtingkeitsaufnahmevermögen und geringerer Schlagzähigkeit. Um diesen Nachteil auszugleichen werden Copolyamide PA 66/6 und Gemische des PA 66 mit PA 6 oder mit amorphen partiell aromatischen Polyamid compoundiert. Damit verbessert sich auch die thermo-plastische Verarbeitbarkeit.

Die Wahl eines PA 66-Kunststoff-Types zur Verwendung für technische Teile ist durch die Kombination folgender Eigenschaften bestimmt:
- Verarbeitbarkeit
- Zähigkeit
- Schlagfestigkeit
- Druckfestigkeit
- Chemikalienbeständigkeit,
- Wärmeformbeständigkeit
- Abrieb- sowie Gleitverhalten.


Anwendung
Die breiteste Anwendung erfolgt im Automobilbau, in der Elektrotechnik, im Maschinen- und Gerätebau, aber auch im Verpackungssektor und auf dem Gebiet von Sport und Freizeit. In 90% aller Anwendungsfälle können die analog modifizierten Typen von PA 66 und PA 6 alternativ eingesetzt werden.

Quelle: EMS-CHEMIE AG

 



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