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Kunststoff-Schweiz - News-Corner 24.07.2026 Swiss Medtech: Neue US-Zölle: Unsicherheit bleibt – Swiss Medtech fordert Entlastung im Inland
Für Schweizer Importe gilt in den USA neu ein Zoll von 12,5 Prozent. Swiss Medtech fordert, die Standortbedingungen in der Schweiz gezielt zu verbessern, um die Wettbewerbsnachteile abzufedern. Dazu gehören ein konsequenter Abbau unnötiger Bürokratie und der Verzicht auf neue Belastungen für die Unternehmen.
Ende Februar 2026 erklärte das oberste Gericht der USA die von Präsident Trump auf Notstandsrecht gestützten reziproken Zölle für unrechtmässig. Während einer 150-tägigen Übergangsfrist galt für Importe in die USA aus allen Staaten ein pauschaler Zusatzzoll von zehn Prozent. Nach deren Ablauf am 24. Juli 2026 tritt für Schweizer Importe ein neuer Zollsatz von 12,5 Prozent auf Basis der Section-301-Untersuchung zu Zwangsarbeit. Für Produkte mit einem MFN-Satz unter 12,5 Prozent wird der Section-301-Zuschlag so bemessen, dass MFN und Zuschlag zusammen neu maximal 12,5 Prozent ergeben. Bei Produkten mit einem MFN-Zollsatz von über 12,5 Prozent bleibt der höhere MFN-Zollsatz bestehen.
Für Medizinprodukte aus den Staaten der Europäischen Union (EU) gilt hingegen ein Zoll von zehn Prozent, womit die Schweizer Medtech-Industrie gegenüber ihren Wettbewerbern in der EU um 2,5 Prozentpunkte benachteiligt ist.
Wettbewerbsnachteile ausgleichen – Standort stärken Angesichts der zunehmenden Belastungen auf den internationalen Märkten ist es umso wichtiger, die Standortbedingungen in der Schweiz zu stärken. «Die Schweizer Medtech-Industrie ist international erfolgreich, aber ihre Wettbewerbsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Wenn die Belastungen von aussen steigen, darf der Standort Schweiz nicht zusätzlich geschwächt werden. Jetzt braucht es gezielten Bürokratieabbau und Entlastung – nicht neue Kosten durch zusätzliche Regulierungen wie die geplanten Aufsichtsabgaben auf Medizinprodukte», fordert Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech.
Planungssicherheit für Unternehmen schaffen Ein rechtsverbindliches Abkommen ist angesichts der laufenden Section-301-Untersuchung zu möglichen industriellen Überkapazitäten sowie der Section-232-Untersuchung zur nationalen Sicherheit, die auch Medizinprodukte einschliesst, besonders wichtig.
Swiss Medtech unterstützt die Bemühungen des Bundesrats, eine tragfähige und rechtsverbindliche Lösung mit den USA zu erreichen. Die Schweiz hat zentrale Elemente des Joint Statements vom vergangenen November bereits umgesetzt. Ein weiterer Schritt wäre die rasche Anerkennung von in den USA zugelassenen Medtech-Produkten in der Schweiz. Der Bundesrat verfügt hierfür bereits seit November 2022 über einen entsprechenden parlamentarischen Auftrag.
«Davon würden die Patientinnen und Patienten in der Schweiz profitieren. Gleichzeitig würde eine solche Massnahme die Verhandlungen mit den USA unterstützen», sagt Adrian Hunn, Direktor von Swiss Medtech.