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05.04.2016 SWISSMEM: Optimale Nutzung des Fachkräftepotenzial angestrebt

Die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) ist aufgrund der aktuellen Frankenst√§rke und der Fachkr√§ftesituation mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Die vier Arbeitnehmerorganisationen Angestellte Schweiz, Syna - die Gewerkschaft, Kaufm√§nnischer Verband Schweiz, SKO und der Arbeitgeberverband Swissmem stehen deshalb in einem kontinuierlichen Dialog und haben Ende M√§rz einen weiteren runden Tisch durchgef√ľhrt. Am gemeinsamen Ziel, den Werkplatz Schweiz zu st√ľtzen und Arbeitspl√§tze m√∂glichst in der Schweiz zu erhalten, arbeiten sie gemeinsam weiter. Die Sozialpartner haben beschlossen, die Chancen der Digitalisierung und die n√∂tigen Bildungsmassnahmen gemeinsam vertieft zu beleuchten. Eine neue Arbeitsgruppe widmet sich zudem spezifisch den √§lteren Mitarbeitenden, damit ihr Potenzial besser genutzt werden kann.

Auch wenn sich der Eurokurs aktuell leicht erholt hat, setzt die starke Überbewertung des Schweizer Frankens viele Unternehmen der exportorientierten MEM-Branche nach wie vor unter grossen Druck. Gemäss einer Umfrage von Swissmem sind im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel der Unternehmen in die operative Verlustzone geraten.

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der MEM-Industrie bildet das R√ľckgrat der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeziehungen und legt die Grundlage f√ľr verschiedenste M√∂glichkeiten zur Linderung der aktuellen Schwierigkeiten. Er ist somit einer der Garanten f√ľr einen erfolgreichen Werkplatz Schweiz. Im Rahmen dieses GAV stehen die genannten Verb√§nde in einem guten und konstruktiven Dialog. Neben dem regelm√§ssigen Austausch in den Unternehmen werden auch auf Stufe der Verb√§nde Wege gesucht, um den Werkplatz Schweiz zu st√ľtzen. Dies zuletzt an einem Pr√§sidententreffen. Folgende Punkte werden gemeinsam durch die Sozialpartner vertreten:

¬ē Um dem Fachkr√§ftemangel zu begegnen, muss das inl√§ndische Potenzial bestm√∂glich ausgesch√∂pft werden. Gerade die √§lteren Mitarbeitenden √ľber 50, die Frauen und der Nachwuchs liegen im Fokus der Branche. Dazu hat die MEM-Branche in den letzten Jahren eine Fachkr√§ftestrategie ausgearbeitet. Neben hochstehenden Aus- und Weiterbildungen sieht diese weitere L√∂sungsans√§tze vor, um das inl√§ndische Fachkr√§ftepotenzial bestm√∂glich auszusch√∂pfen. Im Rahmen dieser Strategie fokussiert sich eine neue Arbeitsgruppe der MEM-Sozialpartner nun insbesondere auf die √§lteren Mitarbeitenden und die Herausforderungen, die sich bei der Besch√§ftigung dieser wichtigen Arbeitskr√§fte stellen. In diesem Zusammenhang wollen die Sozialpartner verst√§rkt zur kontinuierlichen Erhaltung der Arbeitsmarktf√§higkeit und Weiterbesch√§ftigung von √§lteren Arbeitnehmenden beitragen.

¬ē In diesen schwierigen Zeiten beurteilen die Sozialpartner die Reduktion des Mittelwachstums im Bereich der Bildung innerhalb der BFI-Botschaft kritisch. Insbesondere f√ľr die Entwicklung des Berufsbildungssystems muss mit Blick auf die k√ľnftigen Herausforderungen eine ausreichende Finanzierung bereitgestellt werden. Dies bedeutet eine Investition in eine hochqualifizierte Erwerbsbev√∂lkerung und damit den Werkplatz Schweiz.

¬ē Ein grosses Potenzial birgt Industrie 4.0 f√ľr die MEM-Industrie. Die Sozialpartner sind √ľberzeugt, dass dieser digitale Wandel eine grosse Chance f√ľr die Schweizer Industrie darstellt. Neben den technologischen L√∂sungen ist es auch notwendig, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Branche und die Arbeitnehmenden besser zu verstehen und Bildungsaspekte zu ber√ľcksichtigen. Dazu vertiefen die Sozialpartner diese Themen in einem Workshop.

Di¬ē e Sozialpartner respektieren die Unabh√§ngigkeit der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Diese infrage zu stellen, f√ľhrt lediglich zu deren Destabilisierung, womit ihre Handlungsf√§higkeit empfindlich eingeschr√§nkt wird. Das ist nicht im Interesse des Werkplatzes Schweiz. Die Sozialpartner erwarten aber von der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu bleiben und sicherzustellen, dass sich der Kurs des nach wie vor √ľberbewerteten Frankens zu den wichtigsten W√§hrungen best√§ndig in einer vern√ľnftigen Bandbreite bewegt.

¬ē Innovationen sind mittelfristig der beste Hebel, um die Wettbewerbsf√§higkeit der Unternehmen und somit die Arbeitspl√§tze in der Schweiz zu sichern. Die MEM-Sozialpartner sind erfreut √ľber die positiven Signale aus dem Wirtschaftsdepartement von Bundespr√§sident Johann Schneider-Ammann, der zus√§tzliche Mittel f√ľr die Kommission f√ľr Technologie und Innovation KTI bereitstellen will. Diese zus√§tzlichen Mittel sollen sicherstellen, dass die von der KTI genehmigten Gesuche der stark unter Druck stehenden KMU im Rahmen der Sondermassnahmen finanziert werden k√∂nnen.

¬ē Die EU ist mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt der MEM-Industrie. Aus diesem Grund m√ľssen die bilateralen Vertr√§ge erhalten und der diskriminierungsfreie Zugang zum wichtigsten Absatzmarkt sichergestellt bleiben. Die Umsetzung der Massenein-wanderungsinitiative darf dies nicht gef√§hrden. Zudem bef√ľrworten die Sozialpartner zur Sicherung des Forschungsabkommens Horizon 2020 die rasche Erweiterung der Freiz√ľgigkeit auf Kroatien, welche nun in den H√§nden des Parlaments liegt.

Angestellte Schweiz, Syna - die Gewerkschaft, Kaufm√§nnischer Verband Schweiz, SKO und Swissmem bekr√§ftigen ihren Willen, sich weiterhin im Interesse der Unternehmen sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam f√ľr einen starken Werkplatz in der Schweiz einzusetzen und werden den konstruktiv gef√ľhrten Dialog konsequent fortsetzen.

www.swissmem.chwww.swissmem.ch

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