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Nachhaltige industrielle Wertschöpfung durch Bioökonomie Рinnovativ, zirkulär, biointelligent

Die Bio√∂konomie wird als tragende S√§ule der "Biologischen Transformation" zur Entwicklung nachhaltiger, zirkul√§rer Wirtschaftssysteme beitragen – das war das Credo des "Tags der Bio√∂konomie" am 26. September 2019. Mehr als 110 Teilnehmende kamen zu der Veranstaltung aus der Reihe "Innovationen in den Life Sciences" des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences ins Fraunhofer-Forum Berlin, um mit Experten zu diskutieren. Einer der Hauptakteure war das Fraunhofer IGB. Das Institut erschlie√üt bereits jetzt Rohstofffraktionen, die bisher stofflich nicht genutzt werden konnten, f√ľr eine neue industrielle Wertsch√∂pfung.

Mehr als 110 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik folgten der Einladung des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences zum Tag der Bio√∂konomie am 26. September 2019 ins Fraunhofer-Forum Berlin, um mit Experten und Akteuren die vielf√§ltigen Perspektiven und Potenziale der Bio√∂konomie im Kontext der "Biologischen Transformation" zu diskutieren. Zahlreiche Fraunhofer-Forschende arbeiten in diesem Kontext daran, Materialien, Strukturen und Prinzipien der belebten Natur f√ľr die Technik nutzbar zu machen, in konkreten Produkten anzuwenden und im gesellschaftlichen Kontext zu verstehen.

Bioökonomie: Zentrale Säule der Biologischen Transformation
"Die Bio√∂konomie wird nicht nur entscheidend zur Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftssysteme wie der Kreislaufwirtschaft beitragen, sondern ist dar√ľber hinaus eine der zentralen S√§ulen der fortschreitenden 'Biologischen Transformation' unserer Gesellschaft", sagte Professor Horst-Christian Langowski, Sprecher des Fraunhofer-Verbunds Life Sciences, in seiner Begr√ľ√üung.

In seinem anschlie√üenden Vortrag erl√§uterte Langowski: "Mit der Erschlie√üung neuer biogener Rohstoffquellen wie aquatischen Organismen und Kryoalgen, innovativen Kaskaden- und Kreislaufprozessen und nachhaltigen Wertsch√∂pfungsnetzen legt Fraunhofer vielf√§ltige Grundlagen f√ľr alle Bereiche der Bio√∂konomie". So wurden in den Instituten des Verbunds auf der Basis von erneuerbaren Rohstoffen und CO2 bereits antioxidative Stoffe aus Mikroalgen und Lupinenproteine als Nahrungserg√§nzungsmittel, recycelte D√ľngemittel, Autoreifen aus Kautschuk und "gr√ľne" chemische Grundstoffe entwickelt.

Die Biologische Transformation hat längst begonnen
 "Die Biologische Transformation hat l√§ngst begonnen", ist Dr. Markus Wolperdinger, Leiter des Fraunhofer-Instituts f√ľr Grenzfl√§chen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart, √ľberzeugt. "So erschlie√üen wir bereits jetzt Rohstofffraktionen, die bisher stofflich nicht genutzt werden konnten, f√ľr eine neue industrielle Wertsch√∂pfung", macht Wolperdinger in seinem Vortrag deutlich. "Und im Zusammenspiel mit den digitalen Technologien einerseits und dem Ineinandergreifen von Lebens-, Material- und Produktionswissenschaften andererseits werden wir zuk√ľnftig Produkte aus vielen Rohstoffen mittels 'biointelligenter' Verfahren herstellen k√∂nnen. Dieser Ansatz wird v√∂llig neue M√∂glichkeiten er√∂ffnen, dr√§ngende, um gesellschaftlich relevante Fragen erfolgreich zu adressieren."

Wasser РBasis der Bioökonomie
"Wasser – Basis der Bio√∂konomie" lautete der Titel des Tandemvortrags von Dr. Ursula Schlie√ümann und Dr. Marius Mohr vom Fraunhofer IGB. Denn Wasser ist nicht nur unser wichtigstes Lebensmittel, sondern auch elementar f√ľr die Landwirtschaft, die weltweit bis zu 70 Prozent des ben√∂tigten Wassers beansprucht.

In ihrem Vortrag stellten sie dar, wie das Institut Abwasser als Ressource im Sinne einer nachhaltigen Bio√∂konomie nutzt: Beispielsweise, indem Kl√§rschlamm mit einem Hochlastverfahren zu wertvollem Biogas umgewandelt oder Phosphor aus kommunalem Abwasser mit einem elektrochemischen Verfahren zur√ľckgewonnen wird.

"Oder wir setzen n√§hrstoffreiches gereinigtes Abwasser zur Kultivierung von Mikroalgen ein. Die Algen binden CO2 und produzieren daraus verschiedenste Biopolymere, die sich als Zusatzstoffe f√ľr Futtermittel, als Pflanzenst√§rkungsmittel oder auch als Biokunststoffe einsetzen lassen. Damit leisten wir einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz", erg√§nzt Schlie√ümann, die den Strategieprozess "Nachhaltige Bio√∂konomie" der baden-w√ľrttembergischen Landesregierung als Technologie-Expertin begleitete.

Auch die Wiederverwendung von Wasser ist ein brandaktuelles Thema, wie nicht zuletzt die trockenen Sommer selbst hierzulande gezeigt haben. "Unsere Pilotversuche im Projekt Hypowave zeigen, dass Salatpflanzen mit gereinigtem Abwasser in hydroponischen Systemen wachsen und gleichzeitig die N√§hrstoffe aus dem Wasser entnehmen", res√ľmiert Mohr die Ergebnisse des von ihm koordinierten Projekts.

Nachhaltigkeit hat ihren Preis
Was w√§re, wenn wir beim Kauf von Produkten die Nachhaltigkeit ihrer Produktion mit bezahlen? Wenn nicht nur Niedrigl√∂hne und derzeit g√ľnstige fossile Rohstoffe den Preis bestimmen, sondern auch Wasser- und Ressourcenverbrauch oder der CO2-Fu√üabdruck? Und die Folgekosten f√ľr Klimaschutz und Umweltma√ünahmen, fest im Kaufpreis kalkuliert, finanzielle Anreize f√ľr einen nachhaltigem Konsum liefern w√ľrden? Diese Fragen stellte zum Abschluss der Veranstaltung ein Team um Dr. Fabian Haitz, der am Fraunhofer IGB im Bereich der industriellen Biotechnologie forscht. Haitz ist eines der Nachwuchstalente, die im Rahmen des F√∂rderprogramms Fraunhofer Young Research Class mit kreativen Ideen neue Impulse zum Leitthema Biologische Transformation setzen.

"Im Projekt BioCoinect erarbeiten wir die Kriterien f√ľr ein Anreizsystem, um nachhaltige, auf erneuerbaren Rohstoffen basierende Kreislaufwirtschaften zu st√§rken", sagt der Nachwuchsforscher. "Wenn wir beispielsweise petrobasierte Kunststoffe durch biobasierte Alternativen aus erneuerbaren Rohstoffen ersetzen, schonen wir fossile Rohstoffe und reduzieren gleichzeitig CO2-Emissionen. Auch die Wiederverwendung von Kunststoffen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft verursacht bei der Aufbereitung zus√§tzliche Kosten. Dies tr√§gt zum bevorzugten Einsatz neu produzierter Materialien bei, was die Etablierung von Kreislaufwirtschaften hemmt. Diesen Gesichtspunkten sollte in der Preisgestaltung Rechnung getragen werden."

Die Denkanst√∂√üe regten die Teilnehmer √ľber das Ende der von Sybille Seitz moderierten Veranstaltung hinaus zu Diskussionen an. In einem aber waren sich alle Akteure einig: Die Bio√∂konomie und die Biologische Transformation werden unsere Gesellschaft weiter ver√§ndern – mit innovativen, ressourceneffizienten und zirkul√§ren, auch immer mehr biointelligenten Produktionssystemen, die sich auf alle Bereiche der Wertsch√∂pfung auswirken.

Quelle: Fraunhofer-Institut f√ľr Grenzfl√§chen- und Bioverfahrenstechnik IGB

 

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