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Zukunft
180 Millionen Tonnen Kunststoff werden weltweit pro Jahr produziert; die Grundstoffe
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 Bioplastik vorher und nachher - im Innern der Bakterien (25'000fache Vergrösserung) als kleine Vorrats-kügelchen und in gereinigter, unver-arbeiteter Form als lockere Klumpen
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dafür liefert das Öl – und das wird langsam knapp. Mit der Ölkrise von 1973 wurde die Forderung laut, für das Plastik einen vollständig ökologisch abbaubaren Ersatz zu finden – zum Schutz der Ressourcen und um die Berge von unverrottbarem Kunststoff-Müll zu vermeiden. Seitdem forschen die Chemiker nach einem so genannten Bio-Plastik – doch der Durchbruch ist bisher ausgeblieben. Zwar konnte man aus Stärke, Zellulose oder Zucker eine Masse kochen, aus der sich biologisch abbaubare Joghurtbecher und Folien herstellen ließen – aber diese Materialien kosten heute noch etwa viermal so viel wie Standardkunststoffe. Entsprechend gering ist die Produktionsmenge dieses Bio-Plastiks: global nur rund 25000 Tonnen pro Jahr.
Viel versprechen sich die Wissenschaftler von einem anderen Weg zum biologischen Kunststoff: Sie wollen ihn auf Feldern wachsen lassen. Die revolutionärste, wenngleich nicht unumstrittene Methode bedient sich dabei eines Mikroorganismus, der Bio-Plastik produziert! In dem Bakterium »Ralstonia eutrophia« lagern sich nach einem Übermaß an Kohlenstoff-»Futter« so genannte Polyhydroxyalkanoate ab: Makromoleküle, die dieselben Eigenschaften haben wie ein synthetischer Thermoplast – aber vollständig verrotten. Nachdem jetzt das Erbgut dieses Bakteriums entschlüsselt wurde, wollen Forscher darangehen, die Gene auf Kulturpflanzen zu übertragen. Dann könnten Kartoffeln, Mais oder Raps nicht nur Stärke und Öl, sondern auch Bio-Plastik produzieren.
Darf man Plastik, das von Lebewesen hergestellt wird, überhaupt noch als Kunststoff
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Lautersprechergehäuse aus dem Werkstoff Treeplast her- gestellt |
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bezeichnen? Wie dem auch sei – die erste Shampoo- Flasche aus diesem »Bakterien-Plastik« ist schon auf dem Markt. Und bald könnte es dem »echten« Plastik auch auf vielen Gebieten Konkurrenz machen: etwa bei der Herstellung von Lebensmittelverpackungen. Dieses Bio-Plastik dürfte, wenn es sich bewährt und zu vernünftigen Kosten zu produzieren ist, auch die Medizin revolutionieren. In Tierversuchen wurde der Stoff bereits als Grundgerüst verwendet, an dem Zellen aus körpereigenem Gewebe zu einer vollständigen Herzklappe heranwuchsen. Vorteil: Der Körper verträgt das Biomaterial viel besser als das herkömmliche Plastik. Beim Menschen hat sich bereits ein Kunststoff-Fixierstift für gebrochene Knochen bewährt: Er ist aus Polymilchsäure hergestellt – Milcheiweissen, die polymerisiert, also plastikähnlich gemacht wurden. Der Bio- Stift entlastet den Knochen während der Heilung. Danach wird die Stütze nach und nach vom Körper resorbiert – sie löst sich in Stoffwechselprodukte auf.
Quellen
- Kunststoffe - Werkstoffe unserer Zeit, Arbeitsgemeinschaft Deutsche Kunststoffindustrie - encarta enzoklopädie, Microsoft Corporation - www.sandretto.it/museo - PM-Magazin, Ausgabe 10/2003
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