Kunststoff Unterputzgarnituren sind bslang eine typische Domäne metallischer Werksstoffe. Damit sie den immer wieder auftretenden Wasserschlägen wider- stehen, sind Sanitär-Unterputzgarnituren bis zu 140 bar Berstdruck ausgelegt. Aus diesem Grund bestehen sie bis anhin meist aus Messing. Wie die RIWISA AG - ein auf anspruchsvolle Kunststoffbauteile spezialisiertes Schweizer Unternehmen - betont, bietet die Herstellung solcher Armaturen aus Kunststoffen gegenüber Metallen jedoch etliche Vorteile.
 Bauteile aus Kunststoff bieten Vorteile:Weniger Kosten und Gewicht, mehr Designfreiheit. Diese Unterputzarmatur der dritten Generation ist nun ganz aus Kunststoff. Der Praxiseinsatz hat es bestätigt: Kunststoffarmaturen halten den hohen Marktanforderungen stand.
Eine besondere Herausforderung war es, den metallischen Werkstoff der Unter- putzgarnitur (Varox®) durch Kunststoff zu ersetzen. In enger Kooperation mit Kunden und Materialherstellern hat RIWISA AG diese aufwendige Baugruppe entwickelt. Mittels Finiteelement-Berechnungen untersuchten die Ingenieure ent- scheidende Kriterien wie Formfüllung, Faserorientierung und Festigkeit des Bauteiles. Die CAE- Berechnungen gaben Rückschlüsse auf das Abkühl-, Schwund-, Füll-Verhalten, Zusammenflüsse und Lunker.
Aufgrund der Ergebnisse entschied sich RIWISA AG für ein Polyamid mit hohem Glasfaseranteil. Die Berechnungen zeigten, dass die Gewindepartien auch dann den Beanspruchungen standhalten, wenn sie aus Kunststoff geformt sind. Aus Sicherheitsüberlegungen wurde in der ersten Phase das Varox® -Gehäuse mit einem umspritzten Messing-Gewindering hergestellt.
Mehrjährige Praxiseinsätze zeigten, dass die Baugruppe vollends aus Kunststoff hergestellt werden kann. Das Weglassen des Messingringes in der dritten Phase dieses Projektes hat eine weitere Kosteneinsparung zur Folge.
Die Entwicklung und Umsetzung dieser Innovation verlangte neben praxisorien- tiertem Know-how ein spezielles Equipment über alle Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätssicherungsstufen. Die hohe Reproduzierbarkeit fordert entsprechen- de Spritzgiessmaschinen und Infrastrukturen. Die Gegenprüfung der Produktion wird mittels speziellen Messsystemen und Berstdruckprüfung sichergestellt.
Erreicht wurde neben hoher Präzision und glatten Oberflächen auch eine hohe chemische Beständigkeit. Am Spritzgiessteil sind keinerlei Nachbearbeitungen nötig.
Zusammen mit dem niedrigeren Rohstoffverbrauch schlägt diese Ersparnis deutlich zu Buche. Die Substitution von Metallen durch technische Kunststoffe umfasst ein breites Einsatzspektrum mit weitgehender Designfreiheit selbst bei komplexen Geometrien.
Das Leistungsspektrum dieses renommierten Kunststoffverarbeiters für Industrie, Konsumgüter und Medizintechnik reicht vom klassischen Formteil bis zur komplet- ten Baugruppenmontage.
Riwisa AG - Kunststoff in Perfektion Die Firma RIWISA AG wurde am 11. März 1946 von Martin Richner, Adolf Wirth und Joseph Sax als einer der ersten kunststoffverarbeitenden Betriebe in der Schweiz gegründet. Die Firma machte sich anfangs einen Namen in der Verarbeitung von Knöpfen und WC-Deckeln aus Duroplasten und später in der Herstellung von Thermoplasten. Seit 1955 produzierte RIWISA AG Polyäthylen-, Polyamid- und Mehrschichtfolien sowie seit 1957 Einweg-Verpackungen. 1998 begann die Herstellung von medizinischen Artikeln unter Reinraumbedingungen. Heute zählt RIWISA AG mit über 300 Mitarbeitern zu den führenden europäischen Herstellern in der kunststoffverarbeitenden Branche. In zweiter Generation zeich- nen die Brüder Gerold und Peter Richner für die Geschäftsleitung verantwortlich.
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