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16.08.2013 Dätwyler: Mit gestärkter Ertragskraft

Die Dätwyler Gruppe hat nach den Portfolioveränderungen Ende 2012 ihre Ertragskraft im ersten Halbjahr 2013 deutlich gestärkt und den profitablen Wachstumskurs fortgesetzt. Der Nettoumsatz der weitergeführten Geschäftstätigkeit stieg um 24.0% auf CHF 706.4 Mio. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich deutlich auf 11.8%. Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32.3% auf CHF 56.9 Mio. Die 2012 akquirierten Unternehmen trugen positiv zur Gewinnentwicklung bei. Umsatzmässig kompensierten sie den per Ende 2012 erfolgten Verkauf des Konzernbereichs Cabling Solutions. Für das Gesamtjahr 2013 ist Dätwyler zuversichtlich, dass die Gruppe vor einmaligen Effekten das per Anfang Jahr erhöhte EBIT-Zielband von 10% bis 13% erreichen wird.

Die Dätwyler Gruppe war auch im ersten Halbjahr 2013 mit sehr unterschiedlichen Marktentwicklungen konfrontiert. Während der auf Europa fokussierte Konzernbereich Technical Components mit einem schrumpfenden Marktvolumen kämpfte, erfreute sich der auf globale Marktnischen ausgerichtete Konzernbereich Sealing Solutions einer regen Nachfrage. Die 2012 akquirierten Unternehmen trugen in beiden Konzernbereichen positiv zur Gewinnentwicklung bei. Umsatzmässig kompensierten sie den per Ende 2012 erfolgten Verkauf des Konzernbereichs Cabling Solutions. Alle Vergleiche mit der Vorjahresperiode beziehen sich auf die weitergeführte Geschäftstätigkeit ohne den Konzernbereich Cabling Solutions.

Akquisitionen verstärken das Wachstum
Der Nettoumsatz hat im ersten Halbjahr 2013 um 24.0% auf CHF 706.4 Mio. (Vorjahr CHF 569.8 Mio.) zugenommen. Dabei haben die im zweiten Halbjahr 2012 akquirierten Unternehmen Nedis, Zhonding Sealtech und Hankook Sealtech CHF 109.2 Mio. oder 19.2% zum Wachstum beigetragen. Bereinigt um die Akquisitions- und Wechselkurseffekte erwirtschaftete die Gruppe mit der weitergeführten Geschäftstätigkeit ein organisches Wachstum von 2.6%. Beim Betriebsergebnis (EBIT) stieg der ausgewiesene Wert um 27.9% auf CHF 77.5 Mio. (Vorjahr CHF 60.6 Mio.). Das Nettoergebnis erhöhte sich um 32.3% auf CHF 56.9 Mio. (Vorjahr CHF 43.0 Mio.). In diesen Zahlen sind erneut mehrere negative und positive Sondereffekte enthalten. So summierten sich die Restrukturierungskosten und die operativen Einmaleffekte im ersten Halbjahr auf CHF 3.0 Mio. Zudem hat die Dätwyler Gruppe die versicherungstechnischen Grundlagen der betrieblichen Pensionskasse an die sich verändernden Rahmenbedingungen sowie an das Tiefzinsumfeld angepasst. Konkret wurden durch die Herabsetzung des technischen Zinssatzes sowie durch den Wechsel von Periodentafeln auf Generationentafeln die Risiken der Pensionskasse deutlich reduziert. Die finanziellen Folgen hat Dätwyler durch einen freiwilligen Arbeitgeberbeitrag von CHF 9.1 Mio. abgefedert. Diesen negativen Sondereffekten steht ein einmaliger Gewinn aus dem Verkauf von Immobilien von CHF 6.2 Mio. gegenüber. Vor Berücksichtigung dieser Sondereffekte resultierte ein bereinigter EBIT von CHF 83.4 Mio. Die bereinigte EBIT-Marge stieg deutlich auf 11.8%. Damit liegt die Dätwyler Gruppe trotz schwierigem Umfeld im Distributionsgeschäft in der Mitte des per Anfang Jahr erhöhten EBIT-Zielbands von 10% bis 13%.

Konzernbereich Technical Components mit rückläufiger Nachfrage
Der Konzernbereich Technical Components kämpfte aufgrund seiner Fokussierung auf Europa mit einem äusserst schwierigen Marktumfeld und einer rückläufigen Nachfrage. Wie bereits im Gesamtjahr 2012 lagen die Einkaufsmanagerindizes in den geografischen Hauptmärkten – mit Ausnahme der Schweiz – unter der Wachstumsschwelle von 50% und signalisierten eine schrumpfende Industriekonjunktur. Dank der erstmaligen Vollkonsolidierung der im September 2012 akquirierten Nedis stieg der Nettoumsatz um 17.9% auf CHF 359.2 Mio. (Vorjahr CHF 304.7 Mio.). Akquisitions- und wechselkursbereinigt mussten die Dätwyler Distributionsunternehmen im Vergleich zur Vorjahresperiode aber einen Umsatzrückgang von 5.2% hinnehmen. Dieser zog sich bei den Unternehmen Distrelec, Elfa Distrelec, Nedis und Maagtechnic quer durch alle europäischen Länder und Produktsegmente. Im Gegensatz dazu gelang es dem Online-Distributor Reichelt Elektronik im Hauptmarkt Deutschland den Umsatz zu steigern. Mit der Positionierung "professionelle Qualität zu Discountpreisen" hat Reichelt Elektronik im preissensitiven Consumer-Segment erfolgreich Marktanteile gewonnen. Die Expansion in weitere europäische Länder hat zusätzlich zum Wachstum beigetragen.

Das ausgewiesene Betriebsergebnis (EBIT) ging im Vergleich zur Vorjahresperiode auf CHF 27.0 Mio. leicht zurück (Vorjahr CHF 27.9 Mio.). Dies widerspiegelt das fehlende Volumen sowie die intensivierten Verkaufsaktivitäten zur Bekämpfung der rückläufigen Nachfrage. Vor allen positiven und negativen Sondereffekten hat der bereinigte EBIT aber auf CHF 29.9 Mio. zugenommen (EBIT-Marge 8.3%). Überzeugt vom langfristigen Wachstumspotenzial der Online-Distribution für Elektronik- und Automationskomponenten hat Dätwyler die Marketingaktivitäten nicht reduziert, sondern bewusst antizyklisch in den Marken- und Marktausbau investiert. Dazu kommt, dass das Fachhandelsunternehmen Maagtechnic mit seiner Ausrichtung auf die Maschinenindustrie unverändert einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt war.

Die Integration der im September 2012 übernommenen Grosshandelsgruppe Nedis schreitet gut voran. Als erste Massnahme hat Dätwyler im ersten Halbjahr mit der Anpassung des Logistikkonzepts innerhalb der Nedis Gruppe begonnen. Anstelle von mehreren kleinen dezentralen Lagern wird Nedis im Verlauf von 2014 in einem ersten Schritt nur noch ein zentrales Logistikzentrum in Holland betreiben. In einem zweiten Schritt wird Dätwyler an diesem Standort neben der Nedis Logistik auch die Logistik der Online-Distributoren Distrelec und Elfa Distrelec für die europäischen Märkte zentralisieren. Das zentrale Logistikzentrum wird per Anfang 2015 die beiden bestehenden Lagerstandorte von Distrelec und Elfa Distrelec in Achim und Stockholm ersetzen. Als Folge werden sich die deutsche Distrelec und die schwedische Elfa Distrelec Gesellschaft zu reinen Verkaufsgesellschaften wandeln.

Trotz ersten konjunkturellen Aufhellungen in Teilen Europas rechnet Dätwyler für den Konzernbereich Technical Components im zweiten Halbjahr noch nicht mit einer deutlichen Erholung. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich Umsatz und Betriebsergebnis auf dem Niveau des ersten Halbjahrs stabilisieren. Für die Zukunft ist Dätwyler überzeugt, dass die Investitionen in die Erweiterung der Produktsortimente, in das Marketing sowie in die gemeinsame Logistik, Beschaffung und IT die Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern werden.

Ausblick: Weitere Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Trotz der konjunkturell bedingten Nachfrageschwäche im Konzernbereich Technical Components blickt Dätwyler optimistisch in die Zukunft. Dank den getätigten Akquisitionen verfügt die Gruppe in allen bearbeiteten Marktsegmenten über führende Positionen. Im Konzernbereich Technical Components nutzt das Unternehmen das stagnierende Marktumfeld, um die Distributionsunternehmen durch die Realisierung von Synergien für den nächsten Aufschwung noch wettbewerbsfähiger zu machen. Die beschriebene Zentralisierung der Logistikaktivitäten am Nedis Standort in Holland sowie die Schliessung der beiden bestehenden Lagerstandorte in Deutschland und Schweden werden im zweiten Halbjahr 2013, wie angekündigt, zu Restrukturierungskosten in der Grössenordnung von rund CHF 20 Mio. führen. Rund CHF 12 Mio. davon wird Dätwyler voraussichtlich durch den Verkauf von weiteren Immobilien im zweiten Halbjahr 2013 kompensieren können. Bisher konnten Transaktionen im Umfang von CHF 6.6 Mio. abgewickelt werden. Weiter hat die Gruppe im Juli einen Vertrag für den Wechsel des ICT-Outsourcings von Atos zu HP per Anfang 2015 unterzeichnet. Für das Gesamtjahr 2013 ist Dätwyler zuversichtlich, dass die Gruppe den geplanten Umsatz von CHF 1‘400 Mio. sowie das per Anfang Jahr erhöhte EBIT-Zielband von 10% bis 13% vor einmaligen Effekten erreichen wird.

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