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27.05.2013 KVS: Knapp 15 Mrd. Fr. Umsatz der Schweizer Kunststoffindustrie in 2012

Zum 2. Mal in Folge muss die Kunststoffbranche einen Umsatzrückgang verkraften. Gemäss Dr. Ernesto Engel, Geschäftsführer des Kunststoff Verband Schweiz, ist der rückläufige Trend aber nicht überraschend. Der Branche machen die Frankenstärke und konjunkturelle Unsicherheiten im Euroraum zu schaffen. Für das Gesamtjahr resultierten negative Veränderungen bei den Umsätzen um 3,5 Prozent und bei der Beschäftigung um 0,5 Prozent.

Die Schweizer Kunststoffindustrie erzielte im Jahr 2012 einen Umsatz von knapp 15 Mrd. Fr. Dies bedeutet einen Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Unternehmen zeigt sich mit 828 Unternehmen gegenüber dem Jahr 2011 ebenfalls rückläufig. Diese Firmen beschäftigten 2012 insgesamt 34'353 Mitarbeitende, das sind 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Produktivität ist im Vergleich zum vergangenen Jahr mit 436'000 Franken Umsatz pro Mitarbeiter um 3,1 Prozent gefallen. In der gesamten Kunststoffindustrie wurden im vergangenen Jahr 812‘000 Tonnen Kunststoff und Kautschuk (-9.8 Prozent) verarbeitet, so wenig wie seit der ersten Datenerfassung in 2001 nicht mehr. Für das laufende Jahr rechnet die Industrie mit einer Erholung der Branchen-Konjunktur.

Die Präsidentin des KVS, Doris Fiala, stellt fest, dass im vergangenen Jahr das wirtschaftliche Umfeld von vielen Unsicherheiten geprägt war. Der Eingriff der Nationalbank zur Stabilisierung des Wechselkurses hat sehr viel zur Beruhigung und zur Planungssicherheit beigetragen. Die Turbulenzen im Euroraum, wichtigster Handelspartner der Schweiz, schlagen sich jedoch in einem schwierigen Geschäftsumfeld nieder, von dem die verschiedenen Branchen ganz unterschiedlich betroffen sind. Dies macht sich auch für Unternehmen der Kunststoffindustrie massiv bemerkbar. Einige Unternehmen operieren sehr erfolgreich, andere spüren die Schwäche der Abnehmerindustrie, namentlich der MEM-Branche.

Wie bereits im vergangenen Jahr werden die energieintensiven Produktionen durch steigende Energiekosten zusätzlich überproportional belastet. Die Fortsetzung der Energiewende verfolgt der KVS nach wie vor mit grosser Besorgnis. Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit elektrischer Energie stellt für die Betriebe weiterhin einen entscheidenden Standortfaktor dar.

Der KVS engagiert sich erfolgreich zusammen mit anderen Verbänden und Organisationen für die Förderung der Nachwuchsrekrutierung, beispielweise mittels Auftritten an Berufsmessen oder mittels Informationsveranstaltungen an der ETH. Trotzdem haben die Betriebe der Kunststoffindustrie zunehmend Schwierigkeiten bei der Nachwuchsrekrutierung. Manche Lehrstelle für Kunststofftechnologen bleibt unbesetzt. Und auch auf Stufe Ingenieur muss der Nachwuchs zunehmend im Ausland gesucht werden.

42% (Vorjahr: 35%) der an der Umfrage des KVS Beteiligten erwarten einen höheren Umsatz als im Vorjahr. 41% (48%) gehen von einem gleichen Umsatz aus und 17% (17%) rechnen mit einem Rückgang. 72% (63%) wollen ihren Personalbestand unverändert lassen, 14% (16%) beabsichtigen Leute einzustellen und nur 14% (21%) fassen einen Persoanlabbau in Betracht.

Quelle: Zeitschrift KunststoffXtra

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