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11.11.2016 FaberPlace AG: Fachleute teilen, statt entlassen

Profitiert auch das Handwerk von der Digitalisierung? "Zusammenarbeit 4.0" oder "intelligentes Teilen" sind nicht nur Zukunftsmodelle für die Grossindustrie: Das Internet-Start-up "FaberPlace" führt KMU zusammen, um Auftragsschwankungen auszugleichen und Spitzenzeiten zu überbrücken. Sanitär-, Elektro-, Schreiner-Firmen und weitere KMU tauschen dabei Mitarbeitende sowie Maschinen oder Geräte - und wirken dem Fachkräftemangel entgegen.

"Die Vernetzung von KMU bietet grosses wirtschaftliches und gesellschaftliches Potential", sagt Martin Frischknecht. Der erfolgreiche IT-Unternehmer gründete deshalb gemeinsam mit drei Partnern die Online-Plattform FaberPlace - ein "Platz für Handwerker". Diese will das Internet-Start-up unkompliziert verbinden. "KMU können auf FaberPlace Mitarbeitende und Maschinen teilen", führt weiter Frischknecht aus.

Bessere Auslastung, grössere Aufträge
In unzähligen Gesprächen mit Geschäftsführern stellten die drei Jungunternehmer fest: Viele Handwerksbetriebe haben dasselbe Problem. Auftragsschwankungen erschweren die Planung von Maschinen und Personalbestand - Krankheit, Unfälle oder Militärdienst tun das ihre hinzu. "Mit FaberPlace erreichen die Betriebe eine deutlich bessere Auslastung und werden so wettbewerbsfähiger", erklärt Mitgründer Pekka Brander. Ein weiterer Vorteil sei, dass kleinere Firmen dank der Plattform auch grössere Projekte stemmen können.

Wie funktioniert der Tausch von Personal und Maschinen? Hat beispielsweise eine Schreinerei während eines Monats wenig Aufträge und sucht eine Beschäftigung für einen zuverlässigen Mitarbeiter, dann kann sie diesen mit wenig Aufwand auf FaberPlace anbieten. Hat nun eine andere Schreinerei aufgrund guter Auftragslage Mühe, Termine einzuhalten oder ein Grossprojekt in Aussicht, kann sie denselben Mitarbeitenden für eine vereinbarte Zeit in einem Auftragsverhältis hinzunehmen.

Qualität liefern, Mitarbeitende pflegen
"Das ist Smart Sharing", freut sich Stefan Nussbaum, ebenfalls Mitgründer - mit langjähriger Handwerkserfahrung. Aufgrund dieser weiss er: "Die Qualität von Temporär-Mitarbeitenden ist teilweise sehr unbefriedigend." Auf FaberPlace können die Unternehmen deshalb qualifizierte Profis teilen. "Wir betreiben eine Ressourcen-Optimierungs-Plattform ganz im Sinne der 'Share Economy'", so Nussbaum (siehe Kasten). Was man habe, biete man zum Teilen an.

Bei FaberPlace kaufen die teilnehmenden Firmen ein Jahresabo, um unbegrenzt Inserate zum Anbieten oder Suchen von Fachkräften und Maschinen aufzuschalten. - es geht also weder um eine Jobplattform, noch um einen Personalverleih im klassischen Sinne. FaberPlace bringt ganz einfach Angebot und Nachfrage zusammen. Die Gründer unterstreichen deshalb auch den gesellschaftlichen Nutzen ihres Unternehmens: "Die Plattform ist ein Beitrag gegen den Fachkräftemangel, den die Masseneinwanderungsinitiative zusätzlich verschärft", so Martin Frischknecht. Gleichzeitig könnten damit Kündigungen oder Kurzarbeit vermieden werden.

Das Unternehmen FaberPlace AG ist für Entwicklung, Marketing, Vertrieb, Support und Betrieb von www.faberplace.com zuständig. Es wird von der Innovationsinitiative "Startfeld" gefördert und von der Stiftung Wirtschaftsförderung AR unterstützt.

Share Economy
Der Begriff "Share Economy" wurde von Harvard-Ökonom Martin Weitzman geprägt. Er besagt, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr die Marktteilnehmer untereinander teilen. Die Vision der FaberPlace AG ist, dieses neue Paradigma auch für Schweizer KMU, insbesondere für Handwerksbetriebe, nutzbar zu machen.

www.faberplace.comwww.faberplace.com

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