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12.08.2015 Geberit Gruppe: Gut unterwegs

Die Geberit Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2015 in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld in der Bauindustrie gute Resultate. Erstmals beinhalteten die Zahlen das akquirierte Sanitec Geschäft. Insgesamt nahm der Nettoumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 um 20,1% auf CHF 1307,5 Mio. zu. Der akquisitions- und währungsbereinigte Nettoumsatz wuchs trotz einer starken Vorjahresvergleichsperiode um 2,5%. Das adjustierte Betriebsergebnis stieg um 3,2% auf CHF 325,6 Mio., das adjustierte Nettoergebnis verringerte sich um 1,2% auf CHF 269,5 Mio. Die Unternehmensleitung erwartet für 2015 ein währungsbereinigtes Wachstum des Nettoumsatzes beim ursprünglichen Geberit Geschäft von zwei bis drei Prozent und beim Sanitec Geschäft einen währungsbereinigten Nettoumsatz auf Vorjahresniveau. Die adjustierte operative Cashflow-Marge für das Gesamtjahr soll rund 26 Prozent erreichen.

Konsolidierter Nettoumsatz
Der Nettoumsatz1) der Geberit Gruppe nahm im ersten Halbjahr 2015 um 20,1% auf CHF 1307,5 Mio. zu. Wesentlich beeinflusst war dieses Wachstum durch die ab dem 1. Februar 2015 konsolidierte Sanitec Gruppe sowie durch Wechselkurseinflüsse als Folge der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank.
Währungsbereinigt und organisch2) resultierte eine Zunahme von 2,5%. Dieses positive Wachstum kam trotz des Währungsrabatts in der Höhe von 10% im Schweizer Markt, einem nach wie vor in vielen europäischen Märkten sehr schwierigen Marktumfeld und einer überaus starken Vorjahresvergleichsperiode zu Stande. Das Produktsortiment von Sanitec trug ab Anfang Februar 2015 CHF 304,6 Mio. zum Halbjahres-Nettoumsatz bei.

Im zweiten Quartal erreichte der Nettoumsatz CHF 670,9 Mio., was einer Zunahme von 25,4% entspricht; währungsbereinigt und organisch betrug das Wachstum 3,0%.

Nettoumsatz nach Märkten und Produktbereichen
Organisch und in lokalen Währungen legte die grösste Region Europa +1,4% zu. Starke Wachstumsraten verzeichneten Grossbritannien/Irland (+9,5%) und die nordischen Länder (+7,9%). Ebenfalls zulegen konnten die Iberische Halbinsel (+4,4%), Zentral-/Osteuropa (+4,0%), die Benelux-Länder (+3,8%), Deutschland (+3,2%) und Österreich (+1,9%). Die Schweiz (-8,3%) litt unter dem im Zusammenhang mit dem starken Schweizer Franken Anfang Februar eingeführten Währungsrabatt von 10%. Frankreich (-1,1%) und Italien (-1,5%) waren durch schwierige Marktverhältnisse negativ beeinflusst. Ausserhalb Europa wuchsen die Regionen Nahost/Afrika mit +25,2% und Amerika mit +11,2% zweistellig. Die Nettoumsätze in der Region Fernost/Pazifik nahmen +9,2% zu.
Bei den Produktbereichen wuchsen die Sanitärsysteme mit währungsbereinigt +4,1% stärker als die Rohrleitungssysteme mit +0,3%, dies hauptsächlich aufgrund einer gegenteiligen Entwicklung im Vorjahr.

Ergebnisse
Im Geschäftsjahr 2015 werden die Ergebnisse der Geberit Gruppe von verschiedenen Einmaleffekten im Zusammenhang mit der Sanitec Akquisition negativ beeinflusst. Zur besseren Vergleichbarkeit werden deshalb adjustierte3) Zahlen ausgewiesen und kommentiert. Der adjustierte operative Cashflow (adj. EBITDA) stieg um 5,5% auf CHF 373,2 Mio., was einer adjustierten EBITDA-Marge von 28,5% entspricht. Das adjustierte Betriebsergebnis (adj. EBIT) erhöhte sich um 3,2% auf CHF 325,6 Mio., was einer adjustierten EBIT-Marge von 24,9% entspricht. Positiv beeinflusst waren die operativen Margen durch leicht tiefere Rohmaterialpreise. Negativ wirkten sich der Währungsrabatt in der Höhe von 10% im Markt Schweiz aufgrund des starken Schweizer Frankens, negative Währungseffekte, höhere Personal- und Pensionskosten sowie die generell tieferen Margen des Sanitec Geschäfts aus. Das adjustierte Nettoergebnis reduzierte sich um 1,2% auf CHF 269,5 Mio. bei einer adjustierten Nettoumsatzrendite von 20,6%. Der adjustierte Gewinn je Aktie nahm um 0,7% auf CHF 7.20 (Vorjahr CHF 7.25) ab.
Die negativen Einmaleffekte4) aufgrund der Sanitec Akquisition betrugen auf Stufe Betriebsergebnis CHF 58 Mio. und auf Stufe Nettoergebnis CHF 51 Mio.

Der tiefere Netto-Cashflow war eine Folge des rückläufigen EBITDA und von höheren Finanzierungskosten. Basierend darauf, führten höhere Investitionen in Sachanlagen und eine im Vorjahresvergleich hauptsächlich akquisitionsbedingt stärkere Zunahme des Netto- Umlaufvermögens zu einer Abnahme des Free Cashflow um 16,0% auf CHF 146,6 Mio.

Finanzsituation
Die finanzielle Situation der Geberit Gruppe präsentiert sich nach der Akquisition von Sanitec deutlich verändert. Die Eigenkapitalquote nahm im Vergleich zum Jahresende 2014 erwartungsgemäss von 70,6% auf 39,5% ab. Die Entwicklung der Netto-Schulden (Schulden minus liquide Mittel) war massgeblich durch die Finanzierung der Sanitec Übernahme beeinflusst. Zudem trugen die Dividendenauszahlung an die Aktionäre in Höhe von CHF 310,7 Mio. und das Aktienrückkauf-Programm dazu bei, dass sich die Netto-Liquidität von CHF 739,2 Mio. per Ende 2014 plangemäss in Netto-Schulden in Höhe von CHF 859,6 Mio. umwandelte. Trotz diesen Veränderungen ist die finanzielle Situation weiterhin sehr gesund – dies insbesondere aufgrund der hohen Cashflow-Generierung.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2015
Die Herausforderungen in der Bauindustrie bleiben anspruchsvoll. Die Entwicklung der einzelnen Regionen/Märkte und Bausektoren divergiert stark. In Europa geht das Volumen der Bauindustrie insgesamt weiterhin zurück. Mit Ausnahme einiger weniger, sich positiv entwickelnder Märkte wie Deutschland, Grossbritannien und Polen ist in den meisten übrigen Märkten keine Erholung absehbar, und in Märkten wie Italien und Frankreich sind weitere Nachfragerückgänge zu erwarten. Im Nicht-Wohnungsbau ist keine Erholung festzustellen, was zumindest teilweise durch einen flachen bis leicht positiven Trend im Wohnungsbau kompensiert wird. In Nordamerika deuten bei den öffentlichen Bauprojekten die Indikatoren zurzeit auf keine relevante Erholung hin. In der Region Fernost/Pazifik zeigt der Markt in China insgesamt einen deutlich rückläufigen Trend. Die Aussichten für den Mittleren Osten und für Südafrika bleiben erfreulich. Zu den schwierigeren Rahmenbedingungen trägt zudem der deutlich erstarkte Schweizer Franken bei, welcher Umsatz und Ergebnisse entsprechend negativ beeinflusst. Generell werden Auswirkungen von Währungsschwankungen auf die Margen dank einer effizienten natürlichen Absicherungsstrategie so weit wie möglich minimiert. Dabei wird darauf geachtet, dass in den verschiedenen Währungsräumen die Kosten im gleichen Verhältnis anfallen, wie Umsätze erwirtschaftet werden. Der Einfluss auf die Betriebsergebnis-Margen ist deshalb relativ gering. Darüber hinaus wurde im Markt Schweiz Anfang Februar 2015 aufgrund des erstarkten Schweizer Frankens ein Währungsrabatt von 10% eingeführt. Weiterhin ist die Unternehmensleitung bestrebt, durch eine permanente Optimierung der Kostenstruktur sich den veränderten Wechselkursbedingungen anzupassen.

Die von der Geberit Gruppe trotz der angespannten Situation in vielen europäischen Märkten und der starken Vorjahresvergleichsbasis erzielten, guten Resultate der ersten sechs Monate stimmen zuversichtlich, auch im Gesamtjahr 2015 solide Ergebnisse erwirtschaften zu können. Hohe Bedeutung kommt zudem der Integration der Sanitec Aktivitäten zu. Die Unternehmensleitung erwartet für 2015 ein währungsbereinigtes Wachstum des Nettoumsatzes beim ursprünglichen Geberit Geschäft von zwei bis drei Prozent und beim Sanitec Geschäft einen währungsbereinigten Nettoumsatz auf Vorjahresniveau. Die Margenverwässerung durch die Integration von Sanitec und die Effekte aus dem Währungsrabatt in der Schweiz werden voraussichtlich zu einer adjustierten operativen Cashflow-Marge (adj. EBITDA-Marge) für das Gesamtjahr von rund 26 Prozent führen.

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