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17.03.2015 Arburg Technologie-Tage 2015: Mit mehr als 5.900 Besuchern

Insgesamt besuchten vom 11. bis 14. März 2015 über 5.900 geladene Gäste die Arburg Technologie-Tage 2015, um sich einen detaillierten Überblick über Branchentrends und Highlights des Unternehmens zu verschaffen. Im Fokus stand produktionseffiziente Verarbeitungstechnik vom Einzelteil bis zum Großserienprodukt, vom Freeformer für die additive Fertigung bis zum breiten Produktprogramm an Allrounder-Spritzgießmaschinen. Hinzu kamen die Effizienz-Arena, Expertenvorträge, ein spezieller Servicebereich sowie Betriebsrundgänge.

"In diesem Jahr haben wir für unsere internationalen Gäste wieder ein hochinteressantes Technik- und Dienstleistungsprogramm zusammengestellt, das umfassend über unsere innovativen und produktionseffizienten Lösungen informiert und einen Blick in die Zukunft der effizienten Kunststoffteilefertigung wirft", betonte Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung. "Wie jedes Jahr hatten wir mehrere Tausend Fachbesucher aus aller Welt. Das ist so, weil es keine vergleichbare Veranstaltung weltweit gibt und wir uns hier im Vergleich zu den Fachmessen noch intensiver und individueller um unsere Kunden kümmern können."

Rund 45 Prozent der Besucher kamen dieses Jahr aus dem Ausland. Die größten Gruppen stammten aus Europa: Aus der Schweiz kamen rund 280, aus Frankreich rund 210, aus Tschechien rund 160 und aus Polen rund 130 Teilnehmer. Bedeutende Gruppen waren auch aus Übersee angereist, speziell aus den USA (rund 140 Besucher) und China (rund 100).

Großserienteile intelligent individualisieren
Wie sich Massenprodukte mit dem Freeformer individualisieren lassen, wurde in der Effizienz-Arena vorgestellt. Am Beispiel einer Büroschere konnten die Gäste die Kombination von Spritzgießen und additiver Fertigung unter Einbeziehung von Industrie 4.0-Technologien erleben. Die Besucher wählten dazu eine Variante eines Scherenrohlings aus. Ein Allrounder spritzte die Griffe an die Schere an, dann wurde ein Code zur eindeutigen Rückverfolgbarkeit sowie zur Anzeige aller relevanten Prozessdaten aufgelasert. An der Freeformer-Station wurde ein individueller, erhabener 3D-Schriftzug aus PP additiv auf die Schere aufgebracht. Zusätzlich zeigte Arburg gemeinsam mit Partnern an acht Stationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Optimierungspotenziale für eine produktionseffiziente Kunststoffteilefertigung.

Freeformer zeigten ihr Können
Aktuelle Entwicklungsfortschritte des Arburg Kunststoff-Freiformens (AKF) präsentierten insgesamt fünf Freeformer: Die Exponate in der Effizienz-Arena veranschaulichten neben der Individualisierung von Großserienartikeln neue Möglichkeiten für Produktdesign und Werkzeugtechnik. So zeigte ein Freeformer, wie in kürzester Zeit neue Funktionsmuster von Scherengriffen erzeugt und die Bauteile optimal für die additive Fertigung ausgelegt werden. Ein weiteres System stellte additiv eine Scherenaufnahme als Alternative zum konventionellen Vorrichtungsbau her.

Im Freeformer Technologiecenter wurden z. B. ein Faltenbalg aus TPU und ein Schlüsselanhänger aus ABS mit beweglichem Gelenk gefertigt und die zweite Austragseinheit dazu genutzt, ein spezielles Stützmaterial zu verarbeiten, das sich später im Wasserbad einfach entfernen lässt.

Schwerpunkt Mikrobauteile
Eine spezielle Mikroproduktionszelle rund um einen elektrischen Allrounder 270 A arbeitete mit der neuen Mikrospritzeinheit der Euromap-Größe 5. Zusammen mit einem linearen Robot-System Multilift H 3+1 entstand eine flexibel einsetzbare Systemlösung für die reproduzierbare Fertigung von Mikrobauteilen, hier für 0,004 Gramm leichte Mikrozählräder. Die neue Mikrospritzeinheit kombiniert die präzise Regelung kurzer Fahrwege mit einer hohen Fülldynamik.

Schwerpunkt Leichtbau
Zum Thema Leichtbau bekamen die Besucher mehrere Anlagen zu sehen. Arburg hat zusammen mit dem Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) aus Aachen das Profoam-Verfahren erforscht und weiterentwickelt und präsentierte den aktuellen Stand der Technik. Beim Profoam-Verfahren wird Kunststoffgranulat in einer Granulatschleuse vor der Spritzeinheit mit Treibfluid angereichert. Wie sich damit leichte, stabile und verzugsarme Bauteile mit homogener Schaumstruktur herstellen lassen, demonstrierte ein elektrischer Allrounder 820 A am Beispiel physikalisch geschäumter Airbag-Gehäuse aus faserverstärktem PP.

Die wirtschaftliche Fertigung hochfester Leichtbauteile im Langfaser-Direktspritzgießen zeigte ein hydraulischer Allrounder 820 S. Produziert wurde ein hochfestes Pedal für die Automobilindustrie. Auf einem hydraulischen Allrounder 470 S wurden leichte Bauteile aus Partikelschaum hergestellt und mit dem Anspritzen von Thermoplast zusätzliche Funktionen integriert.

Schwerpunkt Verpackung
Im Bereich Verpackung bildeten Dünnwandartikel, Schraubkappen, Flip-Top- und Mehrkomponenten-Verschlüsse die Produktbeispiele. Auf einem hybriden Allrounder 570 H in Packaging-Ausführung wurde die wirtschaftliche Fertigung von Dünnwandbechern vorgestellt. In einer Zykluszeit von rund 3,9 Sekunden entstanden je zwei 14,3 Gramm schwere Spritzteile aus PP. Im Fokus dieser Anwendung stand das Testwerkzeug, das sich baugrößenübergreifend auf allen Verpackungsmaschinen von Arburg einsetzen lässt und mit zwei, vier oder sechs Kavitäten betrieben werden kann. Als weiteres Highlight kam für die Entnahme der Becher ein Robot-System Multilift V mit der neuen Option "dynamische Tauchachse" zum Einsatz.

Großes Aufsehen erregte ein hydraulischer Zwei-Komponenten-Allrounder 920 S, der mit einem innovativen Würfelwerkzeug Verschlusskappen für Fünf-Gallonen-Wasserflaschen herstellte. In einer Zykluszeit von nur rund zehn Sekunden wurden auf vier Seiten des Würfels jeweils 32 Vorspritzlinge gefertigt, abgekühlt, die zweite Komponente gespritzt und Fertigteile während des Spritzgießzyklus entnommen. Der Materialdurchsatz betrug über 120 Kilogramm in der Stunde.

Ein weiteres Mehrkomponenten-Produkt war ein Flip-Top-Verschluss. Hinzu kam ein hybrider Allrounder 470 H, der mit einem 8-fach-Werkzeug Schraubkappen produzierte, wobei das Ausschrauben über einen hydraulischen Kernzug erfolgte.

Schwerpunkt Medizintechnik
Anspruchsvoll, flexibel und sauber: Diesen Anforderungen stellten sich die Anwendungen im Sektor Medizintechnik. Ein elektrischer Allrounder 370 A in Edelstahlausführung wurde in einem Reinraum der Klasse 7 eingesetzt und fertigte auf einem 4-fach-Werkzeug Ampullenträger. An dem Exponat wurde die Partikelbelastung im Produktionsumfeld gemessen und analysiert.

Weiteres Exponat war ein elektrischer Allrounder 470 A, der speziell für die Verarbeitung von LSR in sauberer Umgebung ausgestattet war. Maschine und Peripherie waren außerhalb des "sauberen Bereichs" platziert, was eine wirtschaftliche Reinraumproduktion erlaubt.

Ein elektrischer Allrounder 470 E mit komplexem 8-fach-Werkzeug, ausgestattet mit Heißkanalsystem und seitlicher Nadelverschlussdüse, komplettierte den Überblick. Er produzierte Y-Anschlussstücke für die Infusionstherapie.

Umfangreiches Rahmenprogramm
Die Besucher der Technologie-Tage bekamen auch umfassend Gelegenheit, die Maschinenfertigung auf Betriebsrundgängen kennenzulernen. Von dieser Möglichkeit machten über 1.500 deutschsprachige Gäste Gebrauch. Darüber hinaus wurde das Unternehmen allen ausländischen Gruppen, die in Begleitung der Arburg-Niederlassungen und Handelspartner die Technologie-Tage besuchten, in ihrer jeweiligen Landessprache vorgestellt.

Im Service-Bereich konnte man sich umfassend zu Produktschulungen, Ersatzteilmanagement und präventiver Instandhaltung durch spezielle, maschinenspezifische Wartungspakete informieren. Vorgestellt wurde darüber hinaus, wie sich die Lebensdauer der Maschinen durch regelmäßige Wartung und richtige Pflege steigern lässt.

Rund 2.600 Teilnehmer besuchten schließlich die anspruchsvollen und informativen Fachvorträge in deutscher und englischer Sprache. Themen waren Stückkostenreduktion, Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF), Schaumspritzgießen, Turnkey-Anlagen und der Technologiewandel eines Unternehmens mit dem strategischen Partner Arburg im Rahmen einer Erfolgsgeschichte.

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